Jugendfeuerwehr wird 50 Jahre alt
- A. Seifert
- vor 14 Stunden
- 3 Min. Lesezeit
Wir feiern im August das Jubiläum mit einem „Spiel ohne Grenzen“ im Schlosspark
Trotz der bald beginnenden Bauphase bei der Feuerwehr Usingen soll in diesem Jahr auf eine Feier zum 50-jährigen Bestehen der Jugendfeuerwehr auf keinen Fall verzichtet werden. „Unsere Jugendwehr liegt uns am Herzen. Da möchten wir die Feier aus Anlass des 50. Gründungstages auf keinen Fall verschieben“, gibt sich Feuerwehr-Vereinschef Dirk Schimmelfennig fest entschlossen. Am 30. August soll das Jubiläum mit einem „Spiel ohne Grenzen“ und einer Feierstunde am Abend entsprechend gewürdigt werden. Schon jetzt sammeln Jugendwart Timo Tisowsky und sein Betreuerteam Vorschläge bei ihren Schützlingen ein, damit der Spieleparcours abwechslungsreich gestaltet werden kann. Der Feuerwehr-Förderverein und die Einsatzabteilung der Usinger Wehr werden ihre Nachwuchsgruppe an diesem Tag tatkräftig unterstützen und die Versorgung aller Gästemannschaften übernehmen.

Gegründet wurde die Usinger Jugendfeuerwehr im September 1975 in der Stadthalle. Initiatoren waren damals Heinz Dienstbach, Siegfried Demmel und Fritz Petri, die trotz mancher Bedenken in den Reihen des Vorstandes ihre Idee umsetzen konnten. Zur Gründungsfeier erschienen dann 16 Jugendliche; viele von ihnen waren Söhne aktiver Feuerwehrleute. Längst hatten andere Feuerwehren zu diesem Zeitpunkt Nachwuchsgruppen ins Leben gerufen. Man wollte mit den Jugendfeuerwehren bereits bei Kindern und Jugendlichen das Interesse fürs Ehrenamt wecken und die Mitglieder sozusagen spielerisch mit den Themen Brandschutz und Feuerwehr vertraut machen.
Das Konzept ging auch in Usingen auf. Bereits vier Jahre nach der Gründung war die Gruppe auf 30 Jungen und Mädchen angewachsen. Und längst ging es nicht mehr nur um Strahlrohre und Feuerwehrschläuche. Immer häufiger griffen die damaligen Jugendwarte Dieter Knull und Harald Steinmetz auch Themen aus der allgemeinen Jugendarbeit auf. Ob Müllsammelaktion, Bastellangebote, Sport oder Ausflüge in Freizeitparks – das Angebot an Beschäftigungsmöglichkeiten wuchs ständig an. Legendär sind auch die ersten Sommerfreizeiten, die in den späten 1970er Jahren angeboten wurden. So erinnert sich Wolfgang Kötter, langjähriger Betreuer der Nachwuchswehr, gerne an die meist zweiwöchigen Ausflüge zum Windachspeicher in Oberbayern. „In Begleitung unseres damaligen Wehrführers Siegfried Demmel und seiner lieben Herma wurde dort unten gezeltet. Man brauchte damals kein umfangreiches Rahmenprogramm. Nach dem Frühstück verschwanden die Kinder ans Wasser und zum Mittagessen waren sie wieder da“, beschreibt der ehemalige Betreuer die Abläufe. Und während nachts die Kinder und ihre Betreuer schliefen, fuhr das Ehepaar Demmel zurück nach Usingen, besorgte beim Metzger Nachschub und zauberte ruck zuck im heimischen Backofen mehrere Bleche Kuchen für den nächsten Tag. Noch vor dem Aufstehen waren die Demmels wieder im Zeltlager und bereiten für die Gruppe das Frühstück vor. Ihren Schlaf holten sie dann am Vormittag nach, wenn die Jungen und Mädchen außerhalb des Zeltlagers unterwegs waren.
In den 1980er Jahren brachen landesweit die Mitgliederzahlen bei den Jugendfeuerwehren etwas ein. Der Feuerwehrverband setzte mit einer Senkung des Eintrittsalters von 12 auf 10 Jahren dagegen und hatte Erfolg. Die Zahlen stiegen nach 1988 wieder an und halten sich bis heute in Usingen auf einem hohen Niveau. Derzeit zählt Jugendwart Tisowsky 27 Jungen und Mädchen in seinen Reihen. Die Arbeit mit den jungen Menschen macht dem 31-Jährigen sehr viel Spaß. Regelmäßig fährt er mit seinen Schützlingen auf Wettkämpfe und bereitet sie auf die Prüfung zur Leistungsspange vor. „Nur so“, erklärt er, „können wir das Interesse an der Feuerwehrarbeit über mehrere Jahre stabil halten.“

Mit 17 Jahren dürfen die jungen Brandschützer in die Einsatzabteilung wechseln. Doch damit ihnen der Übergang etwas leichter fällt, nehmen sie bereits ab dem 16. Lebensjahr an Übungen in den Einsatzgruppen teil. Dadurch lernen sie bereits die älteren Kameraden und die Struktur bei der Feuerwehr besser kennen. Auf die große Jubiläumsfeier im August freut sich das Jugendfeuerwehr-Team auch noch aus einem anderen Grund: Ihre Partnerjugendwehr aus dem nordhessischen Sontra wird anreisen und mitfeiern. Seit mehr als 40 Jahren sind die beiden Jugendfeuerwehren schon befreundet, habe seither unzählige Sommerfreizeiten, Ausflüge und Übungswochenenden gemeinsam gestaltet. Und ganz nebenbei sind in diesen Jahren auch viele private Freundschaften gewachsen. Klar also, dass die Jugendwehr aus Sontra auch einige ältere Kameraden mitbringen wird, die 1983 die Partnerschaft mitbegründet haben.
Text: Andreas Seifert
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