Rettungsmesser, Lampe und Wollmütze zum Einstieg

Neue Einsatzkräfte beim Grundlehrgang mit dem Starterpaket ausgestattet

Um im Einsatzdienst einer Freiwilligen Feuerwehr mitarbeiten zu dürfen, muss man mindestens 17 Jahre alt sein und einen Feuerwehr-Grundlehrgang besucht haben. Der Lehrgang gliedert sich in eine theoretische und eine praktische Ausbildung und umfasst rund 70 Stunden. Neben einer umfangreichen Fahrzeug- und Gerätekunde sowie das Wissen über verwendete Löschmittel, lernen die Feuerwehrneulinge auch etwas über Gefahren, mit denen sie an Einsatzstellen rechnen müssen und machen sich mit Rechtsgrundlagen vertraut. Viel Stoff, den die meist jungen Damen und Herren in knapp drei Wochen lernen müssen. Daneben stehen einige praktische Übungen auf dem Dienstplan und am Ende wartet eine Prüfung auf die Aspiranten. Im Hochtaunuskreis haben vor einigen Tagen wieder 29 männliche und acht weibliche Feuerwehreinsteiger ihren Grundlehrgang in Neu-Anspach aufgenommen. Sie gehören zur ersten Gruppe von neuen Einsatzkräften, die vom Land Hessen als Begrüßungsgeschenk ein Starterpaket bekommen. Der Inhalt: ein Rettungsmesser, eine LED-Taschenlampe, eine Wollmütze, Feuerwehrdienstvorschriften und eine schicke Schreibmappe mit Block, Kugelschreiber und Haftnotizen.

Auch Justin Ruthe von der Feuerwehr Bad Homburg-Gonzenheim nimmt am Grundlehrgang in Neu-Anspach teil und hat das Starterpaket zum Einstieg in die Feuerwehrausbildung bekommen. „Ich finde das Begrüßungsgeschenk gar nicht schlecht. Das kleine Rettungsmesser habe ich bereits einsetzen können“, berichtet der junge Feuerwehrmann, der als Quereinsteiger zu den Brandschützern gestoßen ist. Etwas leichter haben es da seine beiden Mitstreiter Sandrine Dittrich aus Obernhain und Tobias Gutgesell von der Feuerwehr Burgholzhausen. Die beiden haben bereits einige Jahre in den Reihen der Jugendfeuerwehr verbracht und dadurch einiges an Grundwissen angesammelt. Auch sie freuen sich über das neue Starterpaket als Begrüßungsgeschenk und nutzen Teile davon schon während ihres Grundlehrgangs.

Lobende Worte zum neuen Starterpaket, von dem das Land für alle 21 Kreise zunächst 3000 Stück für die nächsten zwölf Monate angeschafft hat, gibt es  von Kreisbrandinspektor Carsten Lauer:

„Das ist eine tolle Aktion, die zur Motivierung der neuen Kräfte beiträgt und die Anerkennung des Ehrenamtes unterstreicht.“ Zwar kann  Lauer  derzeit auf rund 2300 Feuerwehrleute in den 67 Wehren im Hochtaunus im Bedarfsfall zählen, dennoch gilt seine Aufmerksamkeit ständig der Nachwuchswerbung. Schließlich verlassen jedes Jahr bedingt durch Wohnort- oder Berufswechsel einige Einsatzkräfte den Kreis. Und wer das 65. Lebensjahr erreicht hat, der muss aus Altersgründen das Strahlrohr aus der Hand legen. Da gilt es, regelmäßig um engagierte Helfer zu werben. Haben die Neueinsteiger ihren Grundlehrgang erfolgreich abgeschlossen und einige Zeit praktische Erfahrungen im Einsatzdienst gesammelt, dann warten auf sie weitere spannende Ausbildungsangebote. Das Angebot umfasst Lehrgänge, bei denen sich die Kräfte zum Atemschutz-Geräteträger, Maschinisten oder sogar zum Gruppen- und Zugführer ausbilden lassen können. Eine ganze Reihe von Fach- und Sonderlehrgängen bietet die Landesfeuerwehrschule in Kassel an. Dort werden meist mehrtägige Schulungen angeboten, für die sich die Feuerwehrleute von ihren Arbeitgebern freistellen lassen können. Ihren Lohnausfall übernimmt dann das Land Hessen.