„Lösch-Oldies“ werden bald ausgemustert

Hessen unterstützt die Neubeschaffung von zwei Feuerwehrfahrzeugen

Staatssekretär Werner Koch (4.v.l.) übergibt im Beisein der Feuerwehrführung und des Landtagsabgeordneten Holger Bellino den Förderbescheid an Bürgermeister Steffen Wernard. Foto Seifert

Noch einmal haben die zwei betagten Löschfahrzeuge der Usinger Wehr einen großen Auftritt. Sie dienen sozusagen als Hintergrundkulisse beim Besuch des hessischen Staatssekretärs Werner Koch, der am Mittwochabend bei den Brandschützern der Buchfinkenstadt zu Gast war. Die Tage der aus den Jahren 1988 und 1992 in Dienst gestellten „Lösch-Oldies“ sind aber gezählt. Denn Koch war nicht mit leeren Händen angereist. Im Gepäck hatte der Vertreter des hessischen Innenministers einen Förderbescheid in Höhe von 60.600 Euro. Mit diesem Betrag unterstützt das Bundesland Hessen die Anschaffung eines neuen Hilfeleistungslöschgruppenfahrzeuges (HLF 10) für die Usinger Wehr.  Eigentlich hätte Koch sogar zwei Förderbescheide überbringen können. Denn für die Ersatzbeschaffung des zweiten Lösch-Oldtimers gibt es ebenfalls Hilfe vom Land.  Doch diese Zusage ist der Stadt Usingen bereits vor knapp drei Wochen auf dem Postweg zugegangen. 

In diesem Fall bekommt die Kommune über eine zentrale Landesbeschaffung ein neues Fahrgestell vom Typ Iveco-Daily zur Verfügung gestellt und muss lediglich den Aufbau selbst finanzieren. 

Koch nutzte die Übergabe des Förderbescheides auch, um den anwesenden Kommunalpolitikern und Feuerwehrleuten die Grüße des hessischen Ministerpräsidenten zu überbringen. Es sei schon eine Herausforderung, auch dann seinen Pflichten als Einsatzkraft nachzukommen, wenn man mal die Nase voll habe von der Feuerwehrarbeit, betonte der Staatssekretär. Aber nicht nur das Engagement für den Brandschutz sei vorbildhaft, bei den Feuerwehren werde auch eine glänzende Nachwuchsarbeit betrieben. Koch unterstrich, mit der Anschaffung neuer Fahrzeuge leisteten das Land und die Kommunen einen erheblichen Beitrag für die Sicherheit der Bürger. Nicht unerwähnt ließ der Staatssekretär die breite Unterstützung des hessischen Landtages für die Feuerwehren. Insgesamt habe man im laufenden Jahr die garantierte Fördersumme  auf 35 Millionen Euro  für Fahrzeuge und Feuerwehrhäuser erhöht. Im kommenden Jahr sind dafür sogar 40 Millionen Euro im Landeshaushalt vorgesehen.

Erfreut über die Förderbescheide aus Wiesbaden zeigte sich Stadtbrandinspektor Michael Grau. Er erinnerte noch einmal daran, dass ohne das Vorhandensein eines verbindlichen Bedarfs- und Entwicklungsplans innerhalb einer Kommune keinerlei Zuschüsse aus dem Landesetat zu generieren seien. In Usingen habe man drei Jahre lang sehr viel Arbeit in den Plan gesteckt und damit eine Grundlage für die nächsten zehn Jahre geschaffen. In diesem Zusammenhang lobte denn auch der Feuerwehrchef seine Mannschaft und betonte: „Wir leben in der Feuerwehr die Basisdemokratie bis ganz unten. Alle haben die Feuerwehr der Gesamtstadt mitentwickelt.“

Bürgermeister Steffen Wernard, der den Förderbescheid in Empfang nahm, erinnerte daran, dass im nächsten Jahr  die umfangreichen Sanierungsmaßnahmen am Feuerwehrstützpunkt starten. Etwa sechs bis sieben Millionen Euro investiere die Stadt, um Sozialtrakt, Fahrzeughalle sowie Werkstatt und Waschhalle umfassend zu modernisieren. 

Mit einem Blick auf die Feuerwehren im gesamten Hochtaunus bedankte sich abschließend Kreisbrandinspektor Carsten Lauer bei Staatssekretär Werner Koch und dem Landtagsabgeordneten Holger Bellino für die Unterstützung im Bereich des Brandschutzes. Erstmals seit 2004 sei es im Kreis wieder gelungen, die komplette Prioritätenliste abzuarbeiten. Bei allen notwendigen Fahrzeugbeschaffungen habe das Land die entsprechenden Zuschüsse bewilligt, berichtete Lauer.

Technik kombiniert

Mit der Beschaffung eines neuen Hilfeleistungslöschfahrzeuges (HLF 10) werden bei der Kernstadtwehr gleich zwei Fahrzeuge ersetzt. Neben dem aus dem Jahre 1988 in Dienst gestellten Löschgruppenfahrzeug (LF 16) wird auch der bei Verkehrsunfällen benötigte Vorausrüstwagen obsolet. Denn das neue Einsatzfahrzeug ist ein kombiniertes Lösch- und Hilfeleistungsfahrzeug. Neben einer Beladung für Brandeinsätze verfügt es auch über hydraulische Rettungsgeräte, die bei technischen Hilfeleistungen gebraucht werden. Außerdem führt das Fahrzeug 1000 Liter Löschwasser mit. Die Gesamtkosten für das neue HLF belaufen sich auf rund 270.000 Euro.

Mit dem neuen Tragkraftspritzenfahrzeug (TSF-W) bekommt die Feuerwehr ein kleines und sehr wendiges Einsatzfahrzeug. Besonders in engen Straßen, schmalen Waldwegen oder auf Campingplätzen bietet das Fahrzeug eine echte Alternative zu den größeren Einsatzfahrzeugen. Das Fahrgestell für dieses Fahrzeug wird durch das Land Hessen zur Verfügung gestellt (Kosten ca. 30.000 Euro). Weitere 60.000 Euro fallen dann für den Fahrzeugaufbau und die Beladung des Tragkraftspritzenfahrzeuges an. Sie werden von der Kommune übernommen. Auch in diesem Einsatzwagen wird es einen Löschwassertank geben, um kleinere Brände schneller bekämpfen zu können. Vorgesehen ist dieses Fahrzeug auch für die Ausbildung im Bereich der Mini- und Jugendfeuerwehr.