Rettungsarbeiten bei Verkehrsunfällen

Die Arbeit der Feuerwehren und Rettungsdienste hat sich im Laufe der letzten Jahrzehnte stark gewandelt. Lag der Fokus vor 30 Jahren noch darauf, ein Verkehrsunfallopfer möglichst schnell aus seinem Fahrzeug zu befreien, konzentriert man sich heutzutage auf eine möglichst schonende Rettung der Patienten.

In enger Zusammenarbeit mit dem Rettungsdienst führt die Feuerwehr die notwendigen Rettungsarbeiten durch. Besteht keine akute Lebensgefahr, die eine sofortige Befreiung des Unfallopfers verlangt, nimmt man sich (wenn möglich) die Zeit, um den Patienten möglichst schonend aus seinem Fahrzeug zu befreien und die Gefahr etwaiger Folgeschäden insbesondere bei unklaren Rückenverletzungen zu vermeiden.

Hersteller erhöhen passive Sicherheit

Die Fahrzeughersteller arbeiten seit Jahren erfolgreich daran, die passive Sicherheit der Fahrzeuge immer weiter zu erhöhen. Durch konstruktive Maßnahmen ist die Fahrgastzelle moderner Fahrzeuge mittlerweile so stabil, dass die Zahl der eingeklemmten Unfallopfer stark minimiert werden konnte. Die Karosserie ist dabei so konstruiert, dass durch gezielte Verformungen die Aufprallenergie möglichst gut in Verformungsenergie umgewandelt wird, ohne den die Insassen schützenden Fahrgastraum zu involvieren. Airbags an verschiedenen Stellen im Fahrzeug, aktive Fahrerrückhaltesysteme und aktive Kopfstützen sind weitere Elemente, die die Sicherheit der Insassen bei einem Unfall erhöhen.

Herausforderung für die Feuerwehren

So gut die stark erhöhte passive Sicherheit für die Insassen ist, so erschweren sie den Rettungskräften aber zunehmend die Arbeit. Durch die verbauten Verstärkungen in den Fahrzeugkarosserien geraten die bei den Feuerwehren vorgehaltenen hydraulischen Rettungsgeräte zunehmend an ihre Grenzen. Nur noch mühsam lassen sich Karosserieteile mit dem hydraulischen Schneidgerät zerschneiden oder mit dem hydraulischen Spreizer verformen. Die Rettung eines Verletzten gestaltet sich hierdurch schwieriger und zeitintensiver. Die Hersteller der Rettungsgeräte haben reagiert und ihre Produkte den erhöhten Anforderungen angepasst, doch bedeutet es für die chronischen klammen Kassen der Kommunen (als Träger der Feuerwehren) eine zusätzliche Belastung durch notwendige Ersatzbeschaffungen.

Wertvolle Hilfe: Rettungskarte ins Fahrzeug

Die Fahrzeuge der verschiedenen Hersteller, Modelle und Baureihen unterscheiden sich in ihrer Konstruktion und den verbauten Elementen zur Erhöhung der passiven Sicherheit. Für die Feuerwehr ist dadurch jeder Rettungseinsatz eine neue Herausforderung, muss man doch darauf achten, an welchen Stellen sich Airbags oder Verstärkungselemente der Karosserie befinden.

Hierfür haben die Verbände der Automobilhersteller und der Rettungsorganisationen eine sogenannte "Rettungskarte" verabschiedet. Es handelt sich um eine standardisierte Darstellung aller für die Rettungskräfte wichtigen Punkte, wie die Lage von Karosserieverstärkungen, Airbags, Steuergeräten und Fahrzeugbatterien.

Jeder Autofahrer hat die Möglichkeit, sich seine eigene für sein Fahrzeug passende Rettungskarte auszudrucken und an einer gut zugänglichen Stelle (z.B. die Sonnenblende) zu deponieren:

http://www.vda.de/de/arbeitsgebiete/rettungsleitfaeden_feuerwehr/index.html

Auf der rechten Seite finden Sie die Links zu den verschiedenen Fahrzeugherstellern.

Ständige Weiterbildung der Einsatzkräfte

Durch die stetigen Weiterentwicklungen im Fahrzeugbau müssen sich die Rettungskräfte fortlaufend weiterbilden. Angebote, wie sie der Rüsselsheimer Autohersteller Opel den Feuerwehren bietet, ermöglichen der Feuerwehrkräften an aktuellen Fahrzeugen mögliche Rettungstaktiken zu trainieren und so für den Ernstfall gerüstet zu sein. Mehr darüber erfahren Sie im unten verlinkten Artikel.